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Freiheit und Vertrauen als Unternehmenswerte haben nur eine Chance: Wenn die Gesellschaft und Sie mitziehen.

Ich laufe gedankenversunken durch die Kastanienallee, die den Bonner Hofgarten an beiden Seiten flankiert. Einer der ersten richtig warmen Tage am Jahresanfang. Blumen sprießen unverdrossen in die Höhe. Nicht unbedingt dort, wo die Bonner Stadtgärtner es vorgesehen haben, sondern in Grüppchen weit verstreut um die Stämme der alten Bäume. Sie geben uns endlich das Gefühl, den Winter auch dieses Jahr wieder erfolgreich überwunden zu haben. Wen interessiert es da, wo die Blumen stehen?

Die Bonner Stadtverwaltung schon. Sie schützt ihre Blumen; in ihren Augen. Mich als Spaziergänger und Betrachter aber stört jetzt der Anblick einer lieblosen Gesamtkomposition aus grob in den Boden gerammten Holzpflöcken, an die rot-weiß gestreiftes Absperrband getackert wurde. Einmal rundherum um die wilde Farbenpracht. In zwei Reihen übereinander. Weil da ja jemand aus Versehen drüber laufen könnte. Gut, dass andere schon vorgedacht hat. Dann brauche ich nicht selbst darüber nachzudenken, wohin ich meinen nächsten Schritt setze.

Wie anders muss sich das „Jedermansrecht“ anfühlen, das ich während meiner Reise durch die 13 glücklichsten Länder der Welt in Schweden, Norwegen und Finnland kennenlernen durfte. Hier haben Sie das Recht, die Natur zu genießen und zu nutzen, egal wem der Boden gehört auf dem Sie gerade stehen. Kein Absperrband. Man geht davon aus, dass Sie sich schon angemessen verhalten werden, Ihren Müll mitnehmen und dem Eigentümer nicht zu dicht auf die Pelle rücken. Kurz: Man vertraut auf Ihre Vernunft. Sie werden schon aufpassen, wohin Sie treten.

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