Gelassenheit und Humor

„Weißt du, ich bin immer so erstaunt, wenn ich höre, dass in einer Sterneküche ein rauer Ton herrschen muss. Ich meine, wir arbeiten 80 Stunden pro Woche. Da sollten wir Spaß haben. Den Deutschen würde ich sagen: Relax! Lernt, über euch selbst zu lachen. Lernt, euch selbst nicht so ernst zu nehmen. Wenn wir Spaß haben während der Arbeit, dann arbeiten wir auch besser. Und das merken nicht zuletzt die Gäste!“
(Mathew Macartney, mehrfach preisgekrönter Sternekoch, Yarra-Tal, Australien)

Gelassenheit und Humor sind die Kernelemente einer entspannten Lebenshaltung. Und sind der Nährboden für Flexibilität, Kreativität und eine vernünftige Kommunikation. Die Kernfrage ist: Was ist wirklich wichtig und was können Sie auch einfach bleiben lassen?

Vertrauen in die Zukunft, die Fähigkeit, Distanz zu nehmen, Relativierungsvermögen und eine gehörige Portion Selbstironie erleichtern eine gelassene Lebenshaltung. Ist halt jetzt so. Kann man nichts machen. Brauch man auch nicht zu reklamieren.

Humor bedeutet, dem Leben mit einer heiteren Gelassenheit zu begegnen, auch wenn’s zum Heulen ist. Diese Kunst beherrschen die lateinamerikanischen Länder exzellent. Die meisten Missgeschicke werden zu den besten Anekdoten unseres Lebens. Warum also nicht gleich darüber lachen? Keine Misere wird dadurch besser, dass wir passend dazu eine Trauermiene aufsetzen.

So wie wir dem Leben mit Leichtigkeit begegnen, sollten wir uns selbst begegnen. Ein Krümel auf der Erde. Mehr sind wir nicht. Wer sich selbst nicht so ernst nimmt, der kann unmöglich denken, dass von ihm das Wohl der Welt abhinge. Dieses Über-sich-selbst-lachen, das in den Glücksländern so ausgeprägt ist, sorgt dafür, dass wir eine innere Freiheit erlangen. Eine Freiheit, um Neues zu wagen, zu scheitern und wieder aufzustehen als eine bessere Version unserer selbst.

Das Publikum wird auf humorvolle Weise mit den eigenen Verhaltensweisen konfrontiert und zu mehr Gelassenheit geführt.