Geschmeidige Beziehungen

„In der Schweiz redet man lange, es ist alles nicht so elegant. Aber wenn dann mal eine Entscheidung getroffen wurde, stehen die Leute auch dahinter, weil sie sich beteiligt fühlen. Ich glaube im Großen und Ganzen wird ein bisschen mehr Rücksicht auf die Menschen genommen. Und das macht, glaube ich, doch auch zufrieden.“
(Professor Bruno Frey, Wirtschaftswissenschaftler und Gastprofessor für Politische Ökonomie an der Zeppelin Universität, Zürich, Schweiz)

Oft verpufft der trennende eigene Standpunkt oder verliert immens an Dringlichkeit, sobald verschiedene Parteien ein allgemein gutes Gefühl miteinander teilen. Und so verwenden Dänen, Kanadier, Schweizer und Norweger Unmengen von Zeit darauf, dieses gute Grundgefühl zu erreichen. Und dies geschieht durch Respekt für den anderen und ein Sich-selbst-Zurücknehmen.

Ein Zeichen von Stärke sind weder klare Ansage noch felsenfeste Ansichten. Es zeugt vielmehr von menschlicher Größe, seine eigene Meinung im Lichte einer anderen Meinung zu prüfen. Ein Urteil zu revidieren. Groß beizugeben. Denn wenn zu viele Menschen auf ihrem eigenen Standpunkt beharren, drohen zu viele unlösbare Konflikte und die Gemeinschaft könnte auseinander brechen.

Versuchen Sie deshalb, den gemeinsamen Konsens zu finden und einander bei Konflikten mit Offenheit und Vernunft zu begegnen. „Es gibt für alles irgendwie einen Weg, etwas friedlich zu lösen, ohne dass es einen großen Streit gibt, lautet die schwedische Devise.“, so Tilmann Bünz, ARD Korrespondent Schweden.

Das Publikum erhält eine erstaunlich andere Sicht auf Kommunikations- und Entscheidungsprozesse, bei denen weniger Energie durch Reibung verloren geht, da Konflikte gar nicht erst entstehen.